EU-Projekttag und EU-Bürgerdialog

Über Europa sprechen

Zum Auftakt der Bürgerdialoge zur Zukunft Europas hat Bundeskanzlerin Merkel mit Berliner Schülerinnen und Schülern diskutiert. Eines wurde dabei am Oberstufenzentrum Sozialwesen der Jane-Addams-Schule schnell klar: Das Programm Erasmus+ sollte noch weiter ausgebaut werden.

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Die Schüler und Lehrer der Jane-Addams-Schule sind besonders engagiert in Sachen Europa. Einige Schülerinnen und Schüler erzählten der Bundeskanzlerin vor Beginn der Podiumsdiskussion von ihren Erfahrungen, die sie während ihrer Auslandspraktika mit Erasmus+ sammeln konnten.

Erasmus+ ist ein europäisches Austauschprogramm. Seit ein paar Jahren richtet sich das Förderprogramm nicht nur an Studierende, sondern auch an Auszubildende. Es hat sich zum Ziel gesetzt, fünf Millionen Menschen bis 2020 bei ihren bildungsgebundenen Auslandsvorhaben zu unterstützen.

Die Bundeskanzlerin zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Schüler und Lehrer beim Thema ERASMUS+. "Ich fühle mich darin bestätigt, dass wir dieses Programm nicht nur erhalten, sondern ausbauen sollten. Denn auch diejenigen, die kein Hochschulstudium absolvieren, sollten die Möglichkeit haben, Europa kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und ihr eigenes Land einfach auch einmal aus der Perspektive eines anderen Landes zu sehen und zu erleben."

In diesem Jahr ist der EU-Projekttag zugleich der deutsche Auftakt für die Bürgerdialoge zur Zukunft Europas, die europaweit stattfinden. Bis Herbst 2018 sind Dialogveranstaltungen in ganz Deutschland geplant. Es geht vor allem um die Fragen: Was bedeutet Europa für Sie persönlich? Was ist Ihnen wichtig? Was können wir besser machen?
Mehr Informationen zum Bürgerdialog: www.dialog-ueber-europa.de.

Sich für Europa einsetzen

Viele internationale Probleme seien "nur gemeinsam zu lösen", sagte Merkel. Sie verwies dabei auf Klimaschutz, Entwicklungshilfe und die Frage von "Krieg und Frieden" - und rief die Schüler zu politischem Engagement auf. Die Kanzlerin ermutigte die jungen Menschen in der Schulaula, zur Europawahl zu gehen und auch ihr Umfeld vom Urnengang zu überzeugen: "Von Europa hängt viel ab."

Es bedürfe des Interesses und der Motivation junger Menschen, sich politisch zu interessieren und einzubringen, so die Kanzlerin. Das würde Deutschland bereichern. Sie werde versuchen, im Rahmen des Europadialoges mit noch mehr Menschen in Kontakt zu kommen. "Denn jeder, der sich für Europa einsetzt, ist jemand, der, denke ich, auch etwas für die Zukunft tut", so Merkel.

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"Uns kann man nicht durch Maschinen ersetzen"

Bei dem Gespräch mit der Kanzlerin ging es auch um die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler zur Erzieherin und zum Erzieher. Die Politik müsse mehr für das Ansehen ihres künftigen Berufs tun, fanden die Jugendlichen. "Uns kann man nicht durch Maschinen ersetzen", betonte eine Schülerin.

Die Bundeskanzlerin nahm den Hinweis auf und erkundigte sich eingehend nach den Rahmenbedingungen der Ausbildung, insbesondere nach Qualität und pädagogischen Standards. Mehr Wertschätzung für den Erzieherberuf sei wichtig, betonte Angela Merkel.

Von ihrem Besuch habe sie die Erfahrung mitgenommen, dass sehr viele engagierte Menschen in den verschiedenen Ausbildungsgängen Hervorragendes leisten.

Die Bundeskanzlerin besuchte die Jane-Addams-Schule zum jährlich stattfindenden EU-Projekttag. Die Veranstaltung hatte sie vor zwölf Jahren während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft initiiert. Bundesweit besuchen seitdem jedes Jahr im Mai Politikerinnen und Politiker Schulen - von der Kanzlerin und Bundesministern bis hin zu Landes- oder Europaparlamentariern. Mehr Informationen zum EU-Projekttag an Schulen finden Sie hier.

Montag, 7. Mai 2018

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