Merkel bei Landfrauentag

"Sie tun unserem Land gut"

Landfrauen bilden das Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens und sichern die Attraktivität vor Ort. Bundeskanzlerin Merkel machte in Erfurt deutlich, dass die Bundesregierung die bäuerliche Landwirtschaft erhalten und Verwerfungen am Markt abfedern möchte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht auf dem Deutschen Landfrauentag.
Merkel würdigt das ehrenamtliche Wirken eines der größten Frauenverbände des Landes. Foto: Bundesregierung/Steins

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte mehr Fairness gegenüber der Leistung der Landwirte. Die Bundesregierung sei überzeugt, dass ein Markenzeichen der ländlichen Räume eben auch bäuerliche Betriebe seien. "So müssen wir uns um deren Erhalt auch kümmern, ihnen Existenzmöglichkeiten für die harte Arbeit, die dort geleistet wird, schaffen", sagte Merkel beim Deutschen Landfrauentag in Erfurt. Dieser Stand unter dem Motto "Landfrauen Tragen Verantwortung"

Bäuerliche Landwirtschaft erhalten

Die niedrigen Milchpreise gefährdeten landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz, so Merkel. Die Zeiten für Landfrauen als Bäuerinnen seien auch deswegen nicht leicht. Viele Familieneinkommen leiden wegen des starken Preisverfalls für Agrarprodukte.

In einer sozialen Marktwirtschaft ist es Aufgabe des Staates, Verwerfungen am Markt abzufedern. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt arbeite buchstäblich auf allen Ebenen - von Brüssel bis zum Finanzminister, betonte Merkel.

Beim Milchgipfel am 7. Juni hatte der Bundeslandwirtschaftsminister den notleidenden Bauern ein Hilfspaket von "100 Millionen Euro plus X" in in Aussicht gestellt. Dieses sollen Bund, Länder und EU vereint schnüren. Um die Krise nachhaltig zu lösen, sind zudem Strukturreformen unerlässlich. Auf einem Sonder-Agrarministertreffen am 15. Juli soll darüber beraten werden.

Ländlichen Raum attraktiv erhalten

Die Bundeskanzlerin würdigte die Leistung der Landwirtschaft: Sie erzeuge Nahrungsmittel, sorge für nachwachsende Rohstoffe, betreibe Landschafts- und Kulturpflege. Die Landwirtschaft sichere hunderttausende Arbeitsplätze und die Sozialstruktur auf dem Land, betonte Merkel.

Ohne die aktive Rolle der Landfrauen vor Ort würde es viele notwendige Aktivitäten in den ländlichen Räumen nicht geben. Die Palette reicht etwa von Anstrengungen zur Integration der Flüchtlinge über die Verantwortung innerhalb von Familien, bis hin zur Gestaltung des demographischen Wandels. Merkel: Wir "können gar nicht hoch genug schätzen, was Sie in unserem Land und für unser Land tun. Sie machen sich im wahrsten Sinne des Wortes um unser Gemeinwohl verdient. Sie tun das vor Ort, nicht durch Reden, sondern durch Handeln, tatkräftiges Anpacken."

Die Attraktivität des ländlichen Raums zu erhalten, sei eine der zentralen Fragen der Gegenwart und der Zukunft, so Merkel. "Die Anbindung an das schnelle Internet ist ein wichtiger Standortfaktor geworden." Daher sei der Netzausbau in ländlichen Regionen auch Teil der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes".

Das im April vom Kabinett beschlossene Gesetz sieht vor, dass künftig auch Investitionen in nicht-landwirtschaftlichen Bereichen gefördert werden, also in Kleinstbetrieben oder Sozialstationen. "Wir wollen damit die Nahversorgung mit Alltagsprodukten und Dienstleistungen vor Ort verbessern", erklärt Merkel.

Hilfe in der Flüchtlingskrise

Welche Verantwortung Landfrauen wahrnähmen, zeige sich aktuell bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer, darunter auch den Landfrauen, wäre das nicht machbar gewesen. "Ich sage den Landfrauen ein ganz herzliches Dankeschön für das, was sie gemacht haben und was sie weiter tun", so Merkel.

Integration sei nun die Aufgabe, vor der die Gesellschaft stehe. Merkel betont: "Erfolgreiche Integration ist eine Frage des gegenseitigen Gebens und Nehmens. Auf der einen Seite stehen Angebote wie etwa Integrationskurse, Praktika in Unternehmen oder auch die Einladung, beim Dorffest mitzumachen. Auf der anderen Seite muss vor allem die Bereitschaft stehen, die deutsche Sprache zu lernen sowie unsere Rechts- und Werteordnung kennenzulernen und sie auch einzuhalten."

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