Freitag, 7. Februar 2014

Ansprache von Bundeskanzlerin Merkel bei Übergabe der 2-Euro-Gedenkmünze „Niedersachsen“

Gehalten:
07. Februar 2014, Freitag
Ort:
Berlin

im Bundeskanzleramt

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Herr Weil,
sehr geehrter Herr Bundesminister, lieber Herr Schäuble,
meine Damen und Herren,

wir haben 2006 damit begonnen, die 2-Euro-Serie zu den einzelnen Bundesländern zu gestalten. Jedes Jahr können wir eine neue Münze präsentieren. In diesem Jahr ist es also die neunte – wir haben noch einige vor uns, bevor alle Bundesländer durch sind. Auf den Münzen ist jeweils ein Wahrzeichen des Bundeslandes abgebildet, das gerade die Präsidentschaft im Bundesrat innehat. Unverkennbar ist es in diesem Jahr Niedersachsen.

Das neunte 2-Euro-Stück der Serie zeigt ein Bauwerk, bei dem die Zahl neun eine wichtige Rolle spielt: Das ist die St. Michaeliskirche zu Hildesheim. Sie hat neun Engelkapellen. Die sogenannten Engelemporen in den Querhäusern ruhen auf neun Säulen. Das Grundmaß des Gebäudes – Sie bekommen hier eine kurze kunsthistorische Einführung – setzt sich aus neun Quadraten zusammen. Die Kirche ist sozusagen ein Stein gewordenes Sinnbild einer göttlichen Ordnung, in der es neun Hierarchien von Engeln gibt.

Es ist daher nur konsequent, dass St. Michaelis die neunte Münze unserer Bundesländer-Serie schmückt. Für die Wahl gab es aber auch viele andere Gründe. Diese dürfte Herr Pastor Woltmann mit am besten kennen – der Hausherr dieser geschichtsträchtigen Kirche, den ich ganz herzlich begrüßen möchte.

Neben Gottesdienstbesuchern gibt es viele Kunst- und Kulturverständige, die nach Hildesheim kommen, um sich ein architektonisches Meisterwerk des Mittelalters und sehenswertes Paradebeispiel ottonischer Baukunst anzuschauen. Die St. Michaeliskirche ist zusammen mit dem Hildesheimer Dom bereits 1985 durch die Unesco zum Weltkulturerbe erklärt worden. Diesen besonderen Schutzstatus genießen damit insgesamt fünf von den neun Bauwerken, die wir bis jetzt auf den Bundesländer-Münzen verewigt haben.

Diese Münzen spiegeln auf eine wunderschöne Art und Weise den kulturellen Reichtum unseres Landes wider. Deshalb sind sie nicht nur Zahlungsmittel, sondern vor allen Dingen auch Werbeträger für unsere Kulturnation. Wir sind stolz auf unseren Föderalismus. Die Auflage, lieber Herr Weil, beträgt 30 Millionen. Damit können also viele Menschen über Hildesheim informiert werden.

Ich möchte natürlich demjenigen, der die Bildseite der Gedenkmünze gestaltet hat, auch ganz herzlich danken. Das hat Herr Erich Ott getan, der heute nicht hier sein kann. Wir grüßen ihn aus der Ferne. Es ist schon sein dritter Entwurf für die Bundesländer-Serie.

Allen anderen danke ich für ihr Kommen. Ich begrüße auch die Bundesbank, deren Vertreter heute bei uns ist und bei Münzen immer genau darauf achtet, dass alles nach Recht und Gesetz erfolgt. Der Erzengel Michael – das ist meine abschließende Bemerkung – ist ja nach biblischer Überlieferung als Kämpfer gegen das Böse bekannt. Das nehme ich jetzt einfach als gutes Omen.

Und nun gebe ich Wolfgang Schäuble das Wort.

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