EU-Ratspräsidentschaft 

Ausstellung "Blicke auf Europa": neue und alte Perspektiven

Die Kunstausstellung "Blicke auf Europa" ist einer der kulturellen Höhepunkte während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Die Bilder zeigten, dass die Menschen schon im 19. Jahrhundert den Europäischen Gedanken gelebt hätten, so Bundeskanzlerin Angela Merkel am Abend bei der Eröffnung in Brüssel.

"Belgien und Deutschland schaffen hier etwas Gemeinsames, was uns etwas über Europa sagt", sagte Merkel am Vorabend des zweitägigen EU-Gipfels. Schon im 19. Jahrhundert hätten die Menschen Europa nicht als etwas Trennendes, sondern etwas Gemeinsames gesehen.

Auch über ihren thematischen Schwerpunkt "Europa" hinaus ist die Ausstellung ein besonderes Highlight: Sie vereint über 150 Meisterwerke der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Nach Einschätzung von Fachleuten ist sie in dieser Art einzigartig.

Die Künstlerliste reicht von Caspar David Friedrich, Carl Blechen, Joseph Anton Koch und Wilhelm Leibl bis hin zu Adolph Menzel und Max Liebermann.

Merkel: Verständigung schafft Visionen

In ihrer Eröffnungsrede unterstrich die Bundeskanzlerin die visionäre Perspektive der ausgestellten Werke. Die Ausstellung lade ein zu einer Reise durch die gemeinsame europäische Geschichte: "Zugleich schärft sie das Bewusstsein dafür, dass nur eine Verständigung über historische und kulturelle Grundlagen zu einer gemeinsamen Vision von der Zukunft Europas führen kann."

Trotz der individuellen Sichtweisen von Europa, seinen Menschen, Landschaften und Staaten werde deutlich, wie nahe sich die Europäer auf kulturellem Gebiet immer gewesen sind, erklärte die Bundeskanzlerin.

An der Eröffnung der Ausstellung im Brüsseler Palais des Beaux Arts nahm auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann teil. Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien fördert die Ausstellung über die Kulturstiftung des Bundes mit 1,5 Millionen Euro.

Zeugnisse europäischer Vielfalt

In zwölf Kapiteln widmet sich die Ausstellung dem Thema künstlerischer Einflüsse und Prägungen. Dabei zeigt sie, wie bedeutsam gerade das Erleben der Vielfalt europäischer Kulturen und Landschaften für die deutschen Künstler des 19. Jahrhunderts war.

Ausführlich thematisiert sie die Begegnung deutscher Künstler mit der Kultur Griechenlands und Italiens. Für Maler wie Joseph Anton Koch oder Carl Blechen war sie eine entscheidende Inspirationsquelle.

Weit weniger bekannt ist die Bedeutung zum Beispiel der Landschaften in Böhmen und Schlesien für die Landschaftsbilder Caspar David Friedrichs. Auch die alpine Bergwelt Österreichs oder der Schweiz fand ihren künstlerischen Niederschlag.

Ein weiteres Kapitel ist der Historienmalerei gewidmet. Sichtbar wird zum Beispiel, welch entscheidende Impulse die deutsche Historienmalerei von belgischen Vorbildern erhielt.

Werke aus Berlin, Dresden und München

Veranstalter der Ausstellung sind die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Unterstützt von weiteren Leihgebern haben sie die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Palais des Beaux Arts in Brüssel realisiert.

Weitere Informationen zur Ausstellung

7.03.2007

Start:
7.03.2007
Land:
Belgien, Europäische Union
Stadt:
Brüssel

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