Merkel im ZDF-Interview

Besserer Schutz der EU-Außengrenzen nötig

Einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen hat die Kanzlerin im ZDF-Interview zur Flüchtlingskrise gefordert. Darüber hinaus lehnte sie eine Obergrenze für Flüchtlinge ab. Vielmehr müssten die Flüchtlingsursachen in den Herkunftsländern bekämpft werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Sendung "Was nun, Frau Merkel?" mit den Moderatoren Bettina Schausten und Peter Frey.
Merkel: "Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff." Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Ich bin dafür, dass wir ein freundliches Gesicht von Deutschland zeigen. Das ist meine Art von Willkommenskultur", erklärte die Kanzlerin in der ZDF-Sendung "Was nun, Frau Merkel?". Jeder, der nach Deutschland komme, habe einen Grund gehabt, aus seinem Heimatland zu fliehen und seine Menschenwürde müsse geachtet werden.

Die Flüchtlingskrise sei eine "Riesenaufgabe, eine der größten Herausforderungen in der Geschichte der Bundesrepublik", betonte Merkel. Die Bundesrepublik müsse sich dieser Aufgabe stellen und "ich möchte, dass Deutschland sich ihr gut stellt."

Keine Obergrenze für Flüchtlinge

In den vergangenen Wochen sei durch Gesetzespakete und andere Entscheidungen schon viel erreicht worden. Nun gehe es darum, den Zuzug "zu ordnen und zu steuern", so die Kanzlerin.

Merkel bekräftigte, an ihrem Kurs "absolut" festzuhalten. Gleichzeitig lehnte sie eine Obergrenze für Flüchtlinge ab. Sie könne Obergrenzen nicht "einseitig" definieren, machte sie deutlich. "Was wir in Deutschland nicht können, ist, einseitig festlegen, wer kommt noch und wer kommt nicht."

Vielmehr sei es wichtig, die Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen. Darüber hinaus gehe es darum, einen Zustand herzustellen, in dem die Außengrenzen der Europäischen Union besser geschützt seien. Auch in den Gesprächen mit der türkischen Regierung "sind wir viel weiter als noch vor vier Wochen", hob sie hervor.

Merkel fordert faire Lastenverteilung

Die Kanzlerin machte aber auch deutlich, dass Deutschland die Flüchtlingskrise nicht allein bewältigen könne. Ihre größte Enttäuschung in der Flüchtlingspolitik sei, dass es in der EU so schwierig sei, eine faire Lastenverteilung zu erreichen.

Freitag, 13. November 2015

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