Ermittlungen gegen Fifa

Blatters Rücktritt fördert Transparenz

Bundeskanzlerin Merkel hat den angekündigten Rücktritt von Joseph Blatter als Fifa-Präsident begrüßt. Nun werde es besser möglich sein, die Arbeit des Weltfußballverbandes auf eine transparentere Grundlage zu stellen.

Man könne nun sagen, dass auch die Organisation, die den Weltfußball vertritt, nach den Maßstäben funktioniert, die wir uns alle wünschen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Randes des Besuchs von Ägyptens Präsident Al-Sisi. "Das ist für die Milliarden Fans des Fußballs - zu denen ich selbst gehöre - eine wichtige Nachricht," betonte Merkel.

Bereits am vergangenen Freitag hatte sie grundlegende Aufklärung der Korruptionsvorwürfe gegen Fifa-Funktionäre gefordert. Mit der "schmutzigen Seite" des Fußballs müsse dringend aufgeräumt werden, sagte sie bei einer gemeinsamen Pressebegegnung mit dem britischen Premierminister David Cameron.

Verbände müssen Ermittlungen unterstützen

Zuvor hatte Regierungssprecher Steffen Seibert von den Verbänden gefordert, die ermittelnden Behörden rückhaltlos und bestmöglich zu unterstützen. "Korruption ist ein Übel in allen Bereichen von Sport und Gesellschaft, gerade auch da, wo Sport und Geschäft sich begegnen", sagte er in Berlin.

"Es kann in dieser Situation nur einen Weg geben: Dieser Weg heißt Aufklärung, und zwar bis auf den Grund der Vorwürfe. Dann sind – so das geboten ist – die entsprechenden rechtlichen Konsequenzen zu ziehen." Die Unterstützung der ermittelnden Behörden durch die Verbände sei in deren eigenem Interesse und im Interesse des Fußballs.

Neuanfang jetzt möglich

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte den Rücktritt: "Ich habe gesagt, es ist ein Neuanfang notwendig, wenn der Fußball und die Fußballbegeisterung überleben sollen. Und ich bin froh, dass der Rücktritt von Herrn Blatter diesen Neuanfang jetzt möglich macht. Bereits am Donnerstag hatte Steinmeier betont, "Fair Play" sei die wichtigste Regel des Sports und ein Wert, der weit über die Welt des Sports ausstrahle. Wenn der Fußball Vorbild sein wolle, tue Aufklärung not. "Korruption vergiftet die Politik und vergiftet den Sport."

Klarer Neuanfang nötig

Der "Welt am Sonntag" sagte Steinmeier, der Fußball stehe für weltweit geteilte Erinnerungen an große Momente und für eine universelle Sprache, die Menschen aus aller Welt begeistere und zusammenbringe. "Das sollte das eigentliche Vermächtnis der Fifa sein. Er habe ernste Zweifel, ob die Fifa ohne einen klaren Neuanfang dieser großen Aufgabe gewachsen ist sei.

De Maizière begrüßt Rücktritt Blatters

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach von einer richtigen und notwendigen Entscheidung Blatters. "Der angekündigte Rücktritt muss jetzt von den Verantwortlichen genutzt werden, um die FifaStrukturen grundlegend zu ändern", so der Innenminister. Wenn die Chance jetzt nicht genutzt wird, Verkrustungen aufzubrechen und Verfahren zu schaffen, die Transparenz garantieren und Vetternwirtschaft verhindern, bliebe der Rückzug von Blatter ein Muster ohne Wert. Zentrale Voraussetzung für einen Umbruch "ist die Einigkeit zwischen den europäischen Verbänden".

Bereits Ende vergangener Woche hatte de Maizière eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe gefordert. "Die Glaubwürdigkeit der Fifa ist beschädigt, so wie es jetzt ist, kann es nicht weiter gehen", sagte er. Das gehe nur, wenn die Fifa selbst dazu bereit sei, an der Aufklärung mitzuwirken.

Der Sport lebe vom Fair Play und von der Begeisterung der Fans, so der Minister weiter. "Fair Play" sei jedoch mehr als gute Worte. "Wir brauchen eine saubere Vergabe von sportlichen Großereignissen wie der Fußball-WM. Korruption macht den Sport kaputt. Der DFB und die UEFA haben klare und kritische Worte gefunden. Jetzt sind alle gefordert, damit der Fußball nicht nachhaltig beschädigt wird."

Rücktritt nur erster Schritt

Bundesjustizminister Heiko Maas twitterte nach der Ankündigung Blatters: "Rücktritt kann nur erster Schritt für Aufklärung und Neuanfang sein. Fans dürfen nicht länger den Preis für den Fifa-Sumpf zahlen." Zuvor hatte er gesagt, die Fifa müsse sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie Korruption in den eigenen Reihen seit Jahren nicht wirklich untersucht habe.

"Es liegt auch im eigenen Interesse der Fifa, dass die Vorwürfe nun endlich aufgeklärt werden", sagte Maas. Dafür werde weit mehr Transparenz erforderlich sein als bisher. "Alle Fußballfans haben ein Recht darauf zu erfahren, was besonders im Vorfeld der WM-Vergaben wirklich passiert ist."

In einem Interview mit der Bild-Zeitung vom Freitag hatte Maas seine Forderung nach einem Neuanfang des Weltfußballverbandes bekräftigt. "Berichte über Korruption gibt es doch schon lange, wirklich aufgeklärt worden ist nichts von Blatter und Co.."

Mittwoch, 3. Juni 2015

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