Kanzlerin besucht die Luftwaffe

Breites Spektrum an Fähigkeiten

Aufklärungsflüge über Syrien, Lufttransporte in Afrika, Ausbildung und Flüchtlingshilfe in Deutschland - Bundeskanzlerin Merkel hat sich beim Truppenbesuch in Nörvenich ein Bild von den vielfältigen Aufgaben und Einsätzen der Luftwaffe gemacht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Oberstleutnant Stefan Kleinheyer.
In Nörvenich: Bundeskanzlerin Merkel beim Taktischen Luftwaffengeschwader 31 "Boelcke". Foto: Bundesregierung/Denzel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Taktische Luftwaffengeschwader 31 "Boelcke" in Nörvenich besucht und sich ein umfassendes Bild vom Alltag der Soldatinnen und Soldaten gemacht. Sie habe einen guten Einblick in die Tätigkeit der Luftwaffe im Allgemeinen und im Besonderen in die unterschiedlichen Aufgabengebiete des Eurofighters erhalten, erklärte sie.

Seit Dezember vergangenen Jahres hat die Bundeskanzlerin mehrere Standorte der Bundeswehr besucht. Zunächst war sie beim Sanitätsdienst in Leer, anschließend bei der Deutschen Marine in Kiel.

Auf höchstem technischen Niveau

"Ich konnte mich davon überzeugen, dass hier auf höchstem technischen Niveau gearbeitet wird", sagte die Kanzlerin. "Zum einen, was die Pilotinnen und Piloten anbelangt, die im Eurofighter eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit mit Hochleistungstechnik durchführen." Sie lobte aber auch das Unterstützungspersonal vom Techniker bis zum Fliegerarzt, ohne den der Flugbetrieb gar nicht möglich wäre.

Merkel dankte den Soldatinnen und Soldaten auch für ihren Einsatz in der Flüchtlingshilfe. "Sowohl in der unmittelbaren Umgebung von Nörvenich, als auch in Bayern, ist hier sehr viel geholfen worden", sagte die Kanzlerin. "Ich glaube, der Beitrag der Bundeswehr ist ein ganz wesentlicher Beitrag gewesen und ist es heute noch." Sie zeigte sich begeistert, "dass Hochausgebildete und Spezialisten im technischen Bereich auch sofort bereit waren, Menschen zu helfen, die zu uns gekommen sind".

Der Luftwaffe gehören rund 28.000 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr an. Mit ihren fliegenden Aufklärungssystemen, der Möglichkeit zur Luftbetankung, sowie mit ihren Transport- und Kampfflugzeugen ist die Luftwaffe international hoch angesehen.

Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten

Während des Besuchs kamen auch Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Dienst sowie die Nachwuchsgewinnung zur Sprache. Die Soldatinnen und Soldaten gaben der Kanzlerin Einblicke in ihre Arbeit. Dabei berichteten sie über ihre Erfahrungen bei Auslandseinsätzen. "Mich hat hier die Motivation der Soldatinnen und Soldaten beeindruckt, der Wille, auch wirklich das Beste aus dem, was es an technischen Möglichkeiten gibt, herauszuholen", sagte Merkel.

Soldaten der Luftwaffe sind unter anderem in Syrien, in Afghanistan, im Kosovo, in Mali und im Südsudan im Einsatz. Parallel zu den Einsätzen läuft in Deutschland und in den Partnernationen der Ausbildungs- und Übungsbetrieb. Dies zu koordinieren ist für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung.

Das Taktische Luftwaffengeschwader 31 "Boelcke" in Nörvenich gehört zu den ältesten fliegenden Einsatzverbänden der Bundeswehr. Es ist das erste Jagdbombengeschwader der Luftwaffe in Deutschland, das mit dem Eurofighter ausgerüstet wurde. Seit Oktober 2013 ist "Boelcke" mit 51 Luftfahrzeugen das größte Kampfflugzeug-Geschwader der Luftwaffe.

Antiterror-Einsatz in Syrien

Die Luftwaffe leistet einen wichtigen Beitrag zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Seit Ende 2015 unterstützt sie mit Aufklärungsflugzeugen und Luftbetankung die internationale Allianz im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Die Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado sammeln während des Fluges Daten, die in Echtzeit an die Bodenstation übermittelt werden. Mittels des "RecceLite" ist der Tornado in der Lage, hochauflösendes digitales Bildmaterial bei Tag und Nacht mit Hilfe von Infrarot- und optischen Sensoren aus niedrigen und mittleren Höhen zu sammeln.

Zusätzlich zu den Aufklärungsjets setzt die Luftwaffe auch ein Tankflugzeug des Typs Airbus A310 MRTT ein. Der fliegende Tanker ist mit bis zu 72 Tonnen Kerosin - rund 90.000 Litern - beladen und versorgt die über dem Irak und Syrien eingesetzten Flugzeuge der internationalen Allianz während des Fluges mit Kraftstoff.

Die Anschläge des Jahres 2015 hatten gezeigt, dass die Terrororganisation "Islamischer Staat" weit über die von ihr kontrollierten Gebiete in Syrien und im Irak hinaus eine globale Bedrohung für Frieden und Sicherheit darstellt. Mit den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 hat der IS Frankreich und die freiheitliche Werteordnung Europas direkt angegriffen.

Luftraumüberwachung im Baltikum

Im vergangenen Jahr nahm das Taktische Luftwaffengeschwader "Boelcke" mit rund 160 Personen und fünf Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter am Air Policing der Nato im Baltikum teil. Seit der Nato-Osterweiterung im Jahre 2004 und dem Beitritt der baltischen Staaten übernimmt dort das Bündnis die Luftverteidigung.

Die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland verfügen über keine eigenen Kampfflugzeuge. Neben Deutschland beteiligen sich Portugal, Kanada und die Niederlande an der Sicherung des baltischen Luftraums.

Montag, 21. März 2016

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