Katastrophe in Japan

Deutsche Hilfe für Japan

Weltweit herrschen Bestürzung und Betroffenheit nach der verheerenden Naturkatastrophe und dem Reaktorunfall in Japan. Die Bundesregierung sicherte rasche Hilfe zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Japan soll wissen, dass Deutschland in dieser schwierigen Stunde an seiner Seite steht." 

Zerstörte Autos und Landschaften in Japan nach Erdbeben und Tsunami
Unterstützung für Japan Foto: picture-alliance/dpa

Merkel sagte am Sonntagabend im ARD-Brennpunkt: "Sicherheit hat absoluten Vorrang. Dem muss sich alles unterordnen." Die deutschen Kraftwerke seien nach menschlichem Ermessen sicher. Sie nannte die Atomenergie eine "auslaufende Technologie" und eine Brücke zu einem möglichst raschen Übergang zu erneuerbaren Energien.

Merkel wies darauf hin, dass die Sicherheitsregelwerke für die deutschen Kernkraftwerke in den vergangenen Jahren regelmäßig weiterentwickelt worden seien. Die Ereignisse in Japan seien aber eine Aufforderung, die Sicherheitsregeln nochmals zu überprüfen. Dies gelte im übrigen nicht nur für Deutschland, sondern europaweit.

Unfassbares Ausmaß an Schäden

Nach einem Treffen mit Ressortvertretern im Kanzleramt am Samstagabend hatte Merkel gesagt: "Das Ausmaß der Schäden ist fast nicht fassbar." 

Es gebe noch kein klares Bild der Lage, fügte Merkel hinzu. Sie hoffe, es werde den Experten vor Ort gelingen, den Austritt weiterer Radioaktivität zu verhindern. "Wir stehen in diesen schweren Stunden an der Seite Japans." Die Betroffenen hätten das Mitgefühl aller Menschen in Deutschland, so die Kanzlerin.

Bislang keine Hinweise auf deutsche Opfer

Auch Außenminister Guido Westerwelle sprach den Opfern sein Mitgefühl aus und sagte deutsche Unterstützung zu.

In der Krisenregion im Nordosten Japans leben etwa hundert Deutsche, in Japan insgesamt etwa 5000 Bundesbürger. "Bisher gibt es keine Hinweise, dass unter den Opfer Deutsche sind," teilte Westerwelle mit. Von Reisen nach Japan riet er ab und warnte vor dem Aufenthalt im Krisengebiet. 

Merkel bietet Hilfe Deutschlands an

Deutschland sei bereit, hatte Merkel direkt nach dem Erdbeben bekräftigt, "alle uns mögliche Hilfe zu leisten". Deutschland werde nicht nur in den nächsten Tagen, sondern sicherlich auch längerfristig alles dafür tun, am Wiederaufbau mitzuarbeiten. Die Zerstörung sei so gewaltig, dass viele Kräfte für den Wiederaufbau gebraucht würden.

Zuvor hatte die Bundeskanzlerin in einem Telegramm an Ministerpräsident Naoto Kan die Unterstützung Deutschlands angeboten. Merkel sprach zugleich den Angehörigen der Toten ihr aufrichtiges Beileid aus und wünschte den Verletzten baldige Genesung.
  

Krisenstab eingerichtet

Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein.  Für Deutsche, die unmittelbar von den Ereignissen in Japan betroffen sind, ist die Botschaft Tokyo unter der Telefonnummer +81 3 5791 7700 und der E-Mail-Adresse info@tokyo.diplo.de erreichbar.


In Berlin ist ferner der Krisenstab rund um die Uhr unter +49 30 5000 3000 zu erreichen.

Sonntag, 13. März 2011

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