Merkel verabschiedet EZB-Präsident Draghi

Ein entscheidender Beitrag zur Stabilität des Euroraums

"Die EZB hat während deiner Präsidentschaft einen entscheidenden Beitrag zur Stabilität dieses Euroraums geleistet." Mit diesen Worten verabschiedete Kanzlerin Merkel den langjährigen Präsidenten der Europäischen Zentralbank Draghi aus seinem Amt. Ihm nach folgt die Französin und erste Direktorin des Internationalen Währungsfonds Lagarde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sitzt neben Mario Draghi in der erste Reihe
Kanzlerin Merkel im Gespräch mit Draghi, der nach acht Jahren an der Spitze der Europäischen Zentralbank aus seinem Amt scheidet. Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Unser Währungsraum ist zwar nicht ohne Probleme, aber doch weitaus stärker als zu Beginn der europäischen Staatsschuldenkrise", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim feierlichen Festakt in der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. 

Für eine unabhängige EZB

"Als Stimme für den Euro im internationalen Konzert, als Antreiber für Weiterentwicklungen und als Vertreter einer unabhängigen Notenbank" habe die Europäische Zentralbank unter Führung von Mario Draghi wesentlich zur Stabilität des Euroraums beigetragen, so Merkel weiter. Auch in stürmischen Zeiten habe Draghi nie Zweifel an der Unabhängigkeit der EZB aufkommen lassen. Unabhängigkeit sei schließlich auch eine wesentliche Voraussetzung für die Gewährleistung der Preisstabilität. Draghi habe dabei auch die Währungsunion gestärkt.

Einsatz für die Einigkeit Europas

Dank Draghis Einsatz stünde der Euro heute auf weitaus festerem Fundament als zu Beginn seiner Amtszeit. "Der Euro ist - vielleicht noch vor dem Schengener Abkommen, in jedem Fall aber neben Schengen - das zentrale Symbol der Unumkehrbarkeit des europäischen Einigungsgedankens", betonte die Kanzlerin. 

Draghi betonte in seiner Rede, es sei Zeit für mehr Euro. Europa müsse stärker werden. "In einer globalisierten Welt bedeutet geteilte Souveränität mehr Souveränität. Risiken zu teilen kann helfen, Risiken zu verringern." Seinen Kritikern entgegnete Draghi, dass die EZB immer im Rahmen ihres Mandats gehandelt habe. Am 1. November tritt Christine Lagarde an die Spitze der EZB. Merkel wünschte der künftigen EZB-Präsidentin "eine glückliche Hand und viel Erfolg".


Montag, 28. Oktober 2019

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