Enorme wirtschaftliche Anziehungskraft

Zwei Länder an einem Tag: Am letzten Tag ihrer Reise durch den Nahen Osten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Dubai und Kuwait besucht.

Auch hier stand der Friedensprozess im Nahen Osten im Mittelpunkt der Gespräche. Ebenfalls zur Sprache kam der Atomkonflikt mit dem Iran und die Situation im Irak. 

In den Gesprächen mit dem Scheich von Dubai und dem kuwaitischen Premierminister wurde klar: Auch Dubai und Kuwait sehen den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern als das zentrale Problem der Region. Beide Regierungen begrüßen deshalb, dass das so genannte Nahost-Quartett vor einigen Tagen wieder die Initiative ergriffen hat. 

Kuwaits Nachbarn: Irak und Iran  

Der kuwaitische Premierminister Scheich Naser Mohammad Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah gab der Hoffnung Ausdruck, dass der Irak bald wieder ein blühendes Land werden möge. Man wünsche sich Frieden für die geschätzten Nachbarn, so der Scheich. Gleichzeitig betonte er, nachhaltige Stabilität könnten die Volksgruppen des Landes nur auf dem Verhandlungsweg erreichen. Als direkte Nachbarn haben die Kuwaiter den Krieg und die fortdauernden Unruhen im Irak unmittelbar miterlebt.

In ihrer Eigenschaft als Vorsitzende des Europäischen Rates versprach die Bundeskanzlerin Unterstützung für den verständlichen Wunsch des Premiers: Die Europäische Union werde alles in ihrer Macht stehende tun, um den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufbauprozess im Irak zu fördern, sagte Merkel.

Angesprochen auf den Atomstreit mit dem Iran erklärte die Kanzlerin, sie wünsche sich, dass der Iran wieder ein geschätzter internationaler Partner werde.

Die internationale Gemeinschaft habe der iranischen Regierung nun Angebote zur friedlichen Nutzung der Kernenergie unterbreitet. Dazu habe es bislang viele Gespräche gegeben - aber keine Ergebnisse. Merkel betonte erneut, trotz der von den Vereinten Nationen verhängten Sanktionen bleibe die Tür für Verhandlungen offen.

Wachsende Wirtschaften am Golf

Dubai wie Kuwait sind für Deutschland wichtige Wirtschaftspartner. Die deutsche Wirtschaft ist sehr daran interessiert, die bestehenden Partnerschaften mit der Region auszubauen. Die Bundesregierung unterstützt diese Bemühungen.

Kuwait gehört zu den Ländern mit den reichsten Ölvorräten der Welt. Bundeskanzlerin Merkel machte darauf aufmerksam, dass Energiefragen ein zentrales Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft seien. Sie zeigte sich erfreut, dass der kuwaitische Staat mittlerweile auch verstärkt in erneuerbare Energien investiert – ein Gebiet auf dem deutsches Know-how führend in der Welt ist.

Andererseits gehören kuwaitische Unternehmen zu den größten arabischen Investoren in Deutschland. Mit Blick auf den Investitionsstandort Deutschland erwähnte die Kanzlerin die derzeit anstehende Unternehmenssteuerreform. Diese werde Investitionen in Deutschland für ausländische Investoren noch attraktiver machen als bisher.

Handel und Investitionen mit der Boom-Region am Golf sind für ganz Europa wichtige Wirtschaftsfaktoren. Noch werden die gegenseitigen Handelsbeziehungen immer wieder von bürokratischen Hürden gehemmt. Damit sich das ändert, versprach die Kanzlerin, die bereits 1990 begonnenen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen dem Golf-Kooperationsrat und der Europäischen Union wieder zu beleben.

6.02.2007

Start:
6.02.2007
Land:
Vereinigte Arabische Emirate
Stadt:
Dubai

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