Gutachten

Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland gut aufgestellt

Die unabhängige "Expertenkommission Forschung und Innovation" hat Deutschland eine hohe technologische Leistungsfähigkeit bescheinigt. Die Forscher übergaben ihr Gutachten an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ein Mann arbeitet an einem Helium-Ionen-Mikroskop
Forschung und Entwicklung erfolgreich Foto: picture-alliance/ dpa

Die Bundesregierung hat nach Ansicht der Fachleute eine Wachstumsphase für Forschung und Innovation in Deutschland eingeleitet. Mit Investitionen von 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung (FuE) hat Deutschland die USA überholt, liegt aber noch hinter Japan.

Stärken und Schwächen des Innovationsstandortes Deutschland

Das Gutachten zeigt die Stärken und Schwächen des Innovationsstandortes Deutschland im internationalen Vergleich auf.

Schwachpunkte bleiben aus Sicht der Kommission der Zugang junger Unternehmen zu Wagniskapital und die fehlende steuerliche Förderung von FuE-Investitionen.

Die Bundeskanzlerin wertete das Gutachten positiv. Sie wies darauf hin, dass die Bundesregierung die Forschungsausgaben in dieser Legislaturperiode weiter erhöhe.

Hightech-Strategie 2020 setzt richtige Schwerpunkte

Richtig sei beispielswiese die Neuausrichtung der Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung, sagte Merkel. Mit ihr soll Deutschland zum Vorreiter bei Wissenschaft und Technik auf den Feldern Klima und Energie, Gesundheit und Ernährung, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation werden. Dadurch entstehen auch Impulse für Wachstum und Beschäftigung.

Hightech-Strategie

Auch auf dem Gebiet der Elektromobilität habe Deutschland durch einen Strategiewechsel deutlich Boden gutgemacht. Die notwendigen Förderungsmittel stehen bereit. Bis 2020 sollen über eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen rollen, so die Kanzlerin.

Elektromobilität 

Bildungspolitik ist Innovationspolitik

Positiv wirken sich nach Ansicht der Experten die erhöhten Investitionen des Bundes in die Bildung aus. Das würden auch internationale Vergleichsstudien wie PISA belegen. Trotzdem sei es notwendig, den Bildungssektor noch weiter zu verbessern.

Die Zahl der Risikoschülerinnen und -schüler muss nach Ansicht der Experten gesenkt werden. Zudem sollte das Kooperationsverbot von Bund und Ländern in der Bildung aufgehoben werden. Auch sollte der Anteil an Studierenden aus nichtakademischen Haushalten zunehmen.

Der Bund handelt bereits in diesen Bereichen: Die Bundesregierung finanziert bis 2015 zusätzlich 275.000 Studienplätze durch den Hochschulpakt. Sie hat das Bafög angehoben und hilft lernschwachen Schülern beim Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung.

Damit schöpfen Bund und Länder nach Ansicht der Bundeskanzlerin die verfassungsrechtlichen Möglichkeiten der Bildungs- und Wissenschaftskooperation aus. Sie verwies darauf, dass zur Änderung des Grundgesetzes eine Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag notwendig sei.

Hochschulbildung 

Weitere Empfehlungen im Überblick

Für vorrangig hält die Expertenkommission außerdem:

  • mehr junge Frauen für die Ingenieur- und Naturwissenschaften zu gewinnen,

  • FuE-Investitionen steuerlich zu fördern,

  • jungen Unternehmen einen besseren Zugang zu Wagniskapital zu ermöglichen,

  • außeruniversitäre Forschungseinrichtungen nach einem einheitlichen Schlüssel zu finanzieren,

  • Aktualität und Qualität der statistischen Erfassung von Forschung und Innovation zu verbessern,

  • ein einheitliches Patent in der Europäischen Union zu schaffen und

  • die europäische Forschungs- und Innovationspolitik weiterzuentwickeln.

Die „Expertenkommission Forschung und Innovation" wurde mit Kabinettsbeschluss vom 23. August 2006 eingesetzt. Sie erstellt jährlich ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit.

Mittwoch, 23. Februar 2011

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