G20-Dialog mit Frauen und Jugend

Frauen-Agenda stärken, Jugendliche einbinden

Fairer Welthandel, Klimaschutz, die Umsetzung der Agenda 2030-Entwickungziele, gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft – diese Ziele wurden auf den Women20- und Youth20-Dialogforen gefasst. Die Beteiligten übergaben Kanzlerin Merkel ihre Empfehlungen für den G20-Gipfel in Hamburg.

400 Frauen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft der G20-Staaten hatten das Women20-Dialogforum in Berlin genutzt, um über zentrale frauenpolitische Themen zu diskutieren. Das Ziel lautete dabei, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft zu fördern. Zum Abschluss der Veranstaltung nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel als amtierende G20-Präsidentin die W20-Forderungen entgegen.

Langer Atem bis zum Erfolg nötig

Die Kanzlerin versprach, die Empfehlungen der Frauen in den G20-Prozess einzubringen. Sie betonte aber, dass man einen langen Atem brauche. Geduld und Ausdauer seien gefragt, denn bei G20 gelte das Prinzip der Einstimmigkeit. Sie habe keine Macht, ein anderes Land zu etwas zu überreden, was es nicht wolle. Man müsse "persönlich viel sprechen", um in der Sache weiterzukommen. Das wolle sie engagiert angehen, versicherte Merkel

Forderungen der W20

Zu den Forderungen, die die Teilnehmerinnen des W20-Treffens beschlossen haben, gehören unter anderem:
• die nationalen Regierungen der G20 sollen ihre Anstrengungen erhöhen, um die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu steigern und somit das beim G20-Gipfel in Brisbane vereinbarte Ziel zu erreichen. Dazu sollen sie Kennzahlen festlegen, um Fortschritte auch messen zu können;
• verbesserter Zugang von Frauen zu Krediten zur Gründung von Unternehmen;
• die Investitionen in die technische (Aus-)Bildung von Mädchen und Frauen soll erhöht werden. Dazu zählen sowohl Ausbildung in technischen Berufen als auch die Überwindung der geschlechtsspezifischen Kluft im digitalen Bereich.

Merkel sah neben der bereits beschlossenen Steigerung der Erwerbstätigkeit von Frauen vor allem den besseren Zugang für Frauen zu Krediten sowie eine verstärkte Gewinnung von Frauen für technische Berufe und Fähigkeiten als Themen für die G20.

Impulse der jungen Generationen für Welt von Morgen

Beim Youth20-Gipfel, der ebenfalls in der deutschen Hauptstadt stattfand, übergaben 68 Jugendliche aus über 20 Nationen ein 36 Seiten starkes Positionspapier an Kanzlerin Merkel und Jugendministerin Katarina Barley.

Das Papier hält für die Regierungschefs der G20 detaillierte Handlungsempfehlungen zu großen Fragen der Zukunft bereit: Wie kann sich ein fairer Welthandel entwickeln, der soziale und ökologische Standards weltweit einhält? Wie können die internationalen Entwicklungsziele der Agenda 2030 wirksam umgesetzt werden? Mit welchen Anreizen lassen sich Staaten stärker am Klimaschutz beteiligen.

Debatten über Frauenrechte und Klimaschutz

In der Diskussion mit Kanzlerin Merkel und Jugendministerin Barley sprachen sich die Jugendlichen für die Stärkung der Frauenrechte aus. "Frauenrechte sind Menschenrechte", betonte eine Teilnehmerin aus Spanien.

Auch Klimaschutz war ein Schwerpunktthema. So forderten die Jugendvertreter die konsequente Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommen. Kanzlerin Merkel sprach sich in diesem Zusammenhang für eine neutrale Überprüfung internationaler Klimaschutzziele aus.

Input der jungen Menschen wichtig

Bundeskanzlerin Merkel lobte die intensive Arbeit der Jugendlichen: "Sie wissen, dass Sie als junge Menschen aus den G20-Ländern diejenigen sind, die uns auch einen Input geben sollen, genau wie andere Gruppen aus der Zivilgesellschaft."

Die Jugendlichen hätten mit ihrem Beitrag die Diskussion zu den G20-Themen belebt. Merkel versprach, sich die Empfehlungen der Youth20 genau anzuschauen. Sie ermutigte die jungen Menschen zugleich, über ihre Forderungen auch mit den eigenen Regierungen zu sprechen.

"Unsere Meinungen haben einen Wert"

Lena Simosek, Mitglied der deutschen Youth20-Delegation, freute sich über die Anerkennung: "Wir erwarten nicht, dass sich alle G20-Regierungschefs unser Positionspapier zu Herzen nehmen. Aber es ist wichtig, dass wir unsere Empfehlungen der Bundeskanzlerin heute übergeben konnten. Das zeigt, dass unsere Meinungen einen Wert haben."

Dienstag, 4. Juli 2017

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