Jüdisches Leben in Deutschland

Bundesregierung macht sich für Vielfalt und Toleranz stark

Mehr als 125 Millionen Euro stellt die Bundesregierung in diesem Jahr allein für das Programm "Demokratie leben!" bereit - und setzt damit ein klares Signal gegen Hass, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. Ein Überblick über Demokratieförderung, Gedenkstätten und den Schutz jüdischen Lebens in unserem Land. 

Nahaufnahme eines Hinterkopfes mit bunter Kippa auf den kurzen Haaren.
Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist jüdisches Leben in Deutschland ein Grund zur Freude und Dankbarkeit. Foto: imago images/epd

Die Bundesregierung setzt sich in vielfältiger Weise dafür ein, dass Juden ohne Bedrohung und ohne Angst in Deutschland leben können.

Strafverfolgung und Prävention

Antisemitische Handlungen werden in Deutschland als Straftat geahndet. Daneben setzt die Bundesregierung auf Prävention: Sie fördert und stärkt diejenigen, die sich vor Ort aktiv für die Demokratie einsetzen und sich damit gegen Extremismus jeglicher Art wenden. So hat sie im Juli 2016 die "Strategie zur Extremismusprävention und Demokratieförderung" vorgelegt. Die wichtigsten Eckpfeiler sind die Programme "Demokratie leben!" und "Zusammenhalt durch Teilhabe".

Allein durch das Programm "Demokratie leben!" investiert der Bund in diesem Jahr mehr als 125 Millionen Euro. Das Geld kommt Organisationen, Initiativen, Vereinen und Bürgern zugute, die sich für Demokratie und gegen jegliche Form der Menschenfeindlichkeit einsetzen. Bundesweit werden so mehr als 600 Projekte gefördert.

Erinnerung wach halten

Es ist eine bleibende Aufgabe, die Erinnerung an die Schoah wachzuhalten und der Opfer zu gedenken. 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges und der Schoah zum 75. Mal. Ein Grund, sich noch intensiver mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen - und auch, um neue Formen der Bildungsarbeit in NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren anzustoßen. Dazu hat die Bundesregierung im April 2019 das Förderprogramm "Jugend erinnert" gestartet. Ziel ist es, die Gedenkstätten dabei zu unterstützen, mit einer zeitgemäßen Vermittlungsarbeit mehr junge Menschen zu erreichen und so das Gedenken auch in den künftigen Generationen wachzuhalten.

Aktionsplan gegen Rassismus

2017 beschloss die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus. Hierin finden sich Positionen und Maßnahmen des Bundes, der Länder und der Gemeinden zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Beauftragter für jüdisches Leben

Die Bundesregierung hat zudem einen Beauftragten für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus benannt. Seit mehr als einem Jahr hat Felix Klein dieses Amt nun inne. Als Antisemitismusbeauftragter ist es seine Aufgabe, Maßnahmen zur Förderung jüdischen Lebens und zur Bekämpfung von Antisemitismus ressortübergreifend zu koordinieren. Darüber hinaus ist er Ansprechpartner für jüdische Gruppen und gesellschaftliche Organisationen und Vermittler für die Antisemitismusbekämpfung durch Bund, Länder und Zivilgesellschaft.

Bund-Länder-Kommission

Der Antisemitismusbeauftragte koordiniert auch eine ständige Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens. Aufgabe der Kommission ist es, Empfehlungen zur Prävention und Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens zu geben sowie mit Empfehlungen und Anregungen zur Erinnerungsarbeit und zum Gedenken an die Schoah beizutragen.

Montag, 28. Oktober 2019

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