Regierungsbericht Lebensqualität

Gerechte Bildungschancen für alle

Bildung bestimmt die Lebensqualität maßgeblich. Weder die Herkunft noch das Einkommen der Eltern dürfen über die Bildungschancen von Kindern entscheiden. Darin waren sich die Teilnehmer im Bürgerdialog einig.

Schüler einer Grundschulklasse
Bildung von Anfang an: die Grundlage für späteren persönlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Foto: Judith Affolter

Familie, Gesundheit, Arbeit und Bildung – das sind die Dimensionen von Lebensqualität, die das Leben der Menschen unmittelbar betreffen. "Bildung ist das Sprungbrett zu einem guten Leben." Dieses Zitat eines Teilnehmers des Regierungsdialoges fasst die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zusammen.

Bildung ist die Grundlage für persönlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Sie fördert nicht nur die Orientierung und das Urteilsvermögen, sondern schafft auch Selbstbewusstsein und gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bildung ist somit die geistige Basis für ein gutes Leben. Entsprechend vielfältig waren die Diskussionen des Bürgerdialogs. Von der Chancengleichheit im Bildungssystem bis zum lebenslangen Lernen wurden viele Aspekte thematisiert.

Guter Schulabschluss ist Schlüssel für ein gutes Leben

Bildung fördert die Talente der Menschen und steigert ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Höher Qualifizierte haben ein deutlich niedrigeres Risiko, arbeitslos zu werden. Und sie erzielen ein höheres Einkommen.

Der Erfolg guter Bildungspolitik lässt sich an der Zahl der Personen mit mindestens abgeschlossener Berufsausbildung oder Hochschulreife messen: 87 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger zwischen 25 und 64 Jahren verfügten 2015 über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder die Hochschulreife. International steht Deutschland damit besser da als der Durchschnitt der OECD-Staaten, der bei 76 Prozent liegt.

Insbesondere der Bildungserfolg der Frauen ist beeindruckend: 85 Prozent von ihnen erwarben 2015 die Hochschulreife oder beendeten eine Berufsausbildung – 1991 waren es noch 11 Prozent weniger. Der Erfolg guter Bildungspolitik lässt sich auch an der sinkenden Anzahl der jungen Menschen ablesen, die höchstens die Haupt- oder Realschule abschlossen, anschließend aber keinen weiteren Abschluss gemacht haben und sich nicht in Bildung oder Ausbildung befinden. Ihr Anteil sank seit 2003 von 12,8 auf 9,5 Prozent. Die Ankunft vieler gering qualifizierter Flüchtlinge in den vergangenen Jahren stellt allerdings eine große Herausforderung dar.

Zwar ist die Schulpolitik in Deutschland Ländersache, aber die Bundesregierung unterstützt die Bundesländer auf vielfältige Weise: Sie finanziert beispielsweise die berufsbezogene Deutschsprachförderung, das Schüler-BAföG oder unterstützt Maßnahmen zur Berufsorientierung.

Bildungsgerechtigkeit besonders wichtig

Den Dialogteilnehmern lag die Bildungsgerechtigkeit besonders am Herzen. Der Bildungserfolg dürfe nicht von der Herkunft abhängen, war häufig zu hören. Der Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau der Eltern und dem der Kinder ist in Deutschland immer noch stark ausgeprägt. Erfreulich ist aber die positive Entwicklung in bildungsfernen Familien: Mehr als 80 Prozent der Kinder erreichen einen qualifizierten Abschluss, 20 Prozent sogar die Hochschulreife.


Grafik: Gut leben/Bildungsmobilität zwischen Eltern und Kinder 2014 Bild vergrößern "Die Bildung ist das Sprungbrett zu einem guten Leben", meint ein Teilnehmers des Bürgerdialogs. Foto: Bundesregierung

Lernen endet nicht mit der Schule

Dass Bildung nicht mit der Schule aufhört, darin stimmten die meisten Bürgerinnen und Bürger überein. Das Thema Weiterbildung ist für Deutschland besonders wichtig: Da die Menschen älter werden, arbeiten sie auch länger. Um die Vorteile des technischen Fortschritts zu nutzen und sich persönlich weiterzuentwickeln, nutzen immer Menschen die vielen Formen des lebenslangen Lernens: Sie reichen vom Umgang mit moderner Technik über das Erlernen neuer Sprachen bis hin zum Zweitstudium.

Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer nahm 2015 Weiterbildungsangebote wahr. Dabei sind die Unternehmen die wichtigsten Orte für das lebenslange Lernen: Mehr als 70 Prozent aller Weiterbildungsangebote finden hier statt.

Wichtig war den Bürgerinnen und Bürgern auch, in den Schulen lebenspraktische Inhalte stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dazu zählten sie Themen wie Wirtschaft und Steuern, aber auch die Ernährung oder Computerkenntnisse. Insgesamt zeigten sich die Bürger zufrieden mit dem deutschen Bildungssystem. Viele äußerten aber Kritik am Bildungsföderalismus. Sie beschwerten sich vor allem über unterschiedliche Schul- und Prüfungsstrukturen in den einzelnen Bundesländern.

Interaktiver Bericht zur Lebensqualität
Auf der Plattform www.gut-leben-in-deutschland.de hat die Bundesregierung den Bericht zur Lebensqualität in Deutschland interaktiv aufbereitet. Hier finden sich alle Daten und Fakten, Statistiken und Diagramme sowie weiterführende Informationen.

Der Bericht umfasst zwölf Themenschwerpunkte und 46 Indikatoren. Die Bundesregierung wählte sie auf Grundlage der Erkenntnisse aus ihrem Bürgerdialog aus. Zusätzlich flossen weitere nationale aber auch internationale Feststellungen ein. So ist es gelungen, Stand und Entwicklung der Lebensqualität in Deutschland zu beschreiben und messbar zu machen.

Der Bericht zeigt: Die Bürgerinnen und Bürger haben ein breites und facettenreiches Verständnis von Lebensqualität. Mit der Regierungsstrategie "Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist" rückt die Bundesregierung die Lebensqualität in den Fokus ihres Regierungshandelns. Sie soll Maßstab für eine erfolgreiche Politik werden.

Montag, 28. November 2016

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