Bundeskanzlerin besucht Herrenknecht

Projekte, die in die Geschichte eingehen

Wenn es um Technologieentwicklung geht, muss Deutschland "immer vorn mit dabei sein", betonte Kanzlerin Merkel bei ihrem Besuch des Unternehmens Herrenknecht in Schwanau. Der Hersteller von Vortriebsmaschinen für den Tunnelbau ist weltweit tätig. In der Region beschäftigt er über 2.000 Menschen, darunter knapp 200 Auszubildende.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Auszubildenden.
Die Kanzlerin kam bei Herrenknecht auch mit Auszubildenden ins Gespräch. Foto: Bundesregierung/Steins

Viele Tunnel, an deren Bau die Firma Herrenknecht beteiligt ist, "sind wirklich Projekte, die in die Geschichte eingehen", lobte die Bundeskanzlerin die Leistungen des in Baden-Württemberg beheimateten Unternehmens. Merkel kennt das Familienunternehmen seit vielen Jahren, auch auf einigen Auslandsreisen haben Vertreter der Firma die Kanzlerin begleitet. 

Jüngst stand die Kanzlerin mit dem Vorstandsvorsitzenden Martin Herrenknecht am chinesischen Jangtse-Fluss. Maschinen des Unternehmens hätten diesen schon mehrfach untertunnelt - da "bekommt man schon Hochachtung für die Technologie, die hier in der Firma vorhanden ist", so Merkel. In Deutschland ist Herrenknecht unter anderem am Bahnprojekt "Stuttgart 21" und dem Bau eines U-Bahn-Tunnels in Berlin beteiligt. 

Jugend bekommt Chancen

Das Familienunternehmen bietet hervorragende Qualifizierungsmöglichkeiten und sucht mittlerweile nach jungen Leuten weit über die Region hinaus. "Ganz toll sind natürlich ihre knapp 200 Auszubildenden, die auch die Zukunft dieses Unternehmens verkörpern", lobte die Kanzlerin.

Im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel unterstrich Merkel die Bedeutung des "politischen Projekts des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes". Qualifizierte Personen können damit leichter ein Visum erlangen und für den Arbeitsmarkt gewonnen werden. 

Planungen beschleunigen

"Wichtig ist, dass wir in unseren Planungen eher schneller werden müssen", mahnte die Kanzlerin. Sowohl beim Gotthardtunnel als auch beim Brenner-Basistunnel sei zu sehen, dass "die Zubringerstrecken durch Deutschland weit im Rückstand" seien. Dies müsse schneller zu bewältigen sein - "in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel auch in Ägypten", würden Projekte schneller realisiert.

Innovationen forcieren

Deutschland müsse "immer vorn mit dabei sein, wenn es um Technologieentwicklungen und Innovationen geht", forderte Merkel. Herrenknecht sei hier ein gutes Beispiel und steige jetzt auch in andere Felder neben dem klassichen Tunnelbau ein - etwa im Bereich Abwasser oder dem Bau von Stromtrassen.

Einen Vorteil habe das Unternehmen dadurch, dass es stets unter der Erde arbeite. Mit Blick etwa auf verkehrslärmgeplagte Anwohner oder der Frage, wie Staus vermeidet werden können, "sind Tunnel eigentlich immer eine ganz gute Infrastrukturmöglichkeit".  

Rahmenbedingungen verbessern

Die Politik habe die Aufgabe, dem Mittelstand gute Rahmenbedingungen für seine Arbeit zu ermöglichen. Deshalb habe Forschung und Innovation eine so große Bedeutung, verdeutlichte die Kanzlerin. Über das von der Europäischen Union verlangte Ziel, drei Prozent des Bruttoinlandproduktes für Forschung und Entwicklung auszugeben, bewege sich Deutschland jetzt in Richtung 3,5 Prozent. Dies sei wichtig, da auch andere Länder wie Südkorea, Israel, Japan, die Vereinigten Staaten oder auch China nicht schlafen, so Merkel. 

Für Multilateralismus und fairen Welthandel

Eine exportstarke Wirtschaft wie die deutsche spüre unmittelbar, "dass die Weltwirtschaft im Augenblick in einer nicht ganz einfachen Lage ist". Dies habe etwas mit Konjunkturzyklen zu tun, aber auch mit Handelsstreitigkeiten - etwa zwischen den Vereinigten Staaten und China. Die Bundesregierung werde sich "weiterhin ganz energisch für Multilateralismus und fairen Welthandel einsetzen".

Wettbewerbsfähig bleiben

Deutschland und Europa müssten wettbewerbsfähig bleiben - dazu gehörten neben guten Löhnen auch Forschung und  Innovation sowie Schnelligkeit und Planungsbeschleunigung. Für Europa sei hier die Nutzung seines "großen Marktes von großer Wichtigkeit". 

Mit Blick auf die Unsicherheiten beim Thema Brexit brachte die Kanzlerin ihre Hoffnung zum Ausdruck, "dass wir alle uns zusammenreißen und noch eine gute Lösung finden. Ich werden jedenfalls bis zum letzten Tag dafür arbeiten".  

Dienstag, 8. Oktober 2019

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