Bildung

Integration durch Bildung

Gute Bildung ist auch an Schulen mit hohem Migrantenanteil unter den Schülerinnen und Schülern möglich. Davon überzeugte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in der Erika-Mann-Grundschule in Berlin-Wedding.

Bundeskanzlerin Merkel in einem Klassenraum mit Schülern der Erika-Mann-Grundschule in Berlin-Wedding
Merkel: "Hand in Hand arbeiten" Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Integration kann durch Bildung auch in sozialen Brennpunkten gelingen. Das beweist die Berliner Grundschule. Die Schule wurde mehrmals ausgezeichnet für ihre Integrations- und Sprachförderungsmodelle.

Der Bundeskanzlerin ist dieses Thema wichtig. Sie informierte sich deshalb über die Bildungssituation von Migrantenkindern.

Gute Bildung auch an sozialen Brennpunkten

In der Berliner Grundschule werden 583 Kinder aus 22 Nationen unterrichtet. 83 Prozent, der Kinder haben einen Migrationshintergrund, 84 Prozent erhalten Leistungen aus dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II). Die wenigsten Kinder sprechen Deutsch als Muttersprache. 53 Lehrkräfte und sechs Erzieherinnen kümmern sich um die Schülerinnen und Schüler dieser offenen Ganztagsschule - keine einfache Aufgabe.

"Die Erika-Mann-Grundschule zeigt beispielhaft, dass auch in sozialen Brennpunkten gute Bildung und Erziehung möglich sind", erklärte Merkel. Deutschland als Bildungsrepublik könne und müsse es schaffen, Aufstieg durch Bildung auch aus schwierigen sozialen Lagen zu ermöglichen.

Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland hält Merkel es für besonders wichtig, dass jeder Jugendliche einen Schulabschluss erlangt. "Da sind alle gefordert: zuallererst die zuständigen Länder und Kommunen, aber auch die Wirtschaft, die Zivilgesellschaft und - wo immer es ihm möglich ist - auch der Bund“, betonte Merkel. 

Sprachförderung, kreative Lernsituationen, verbindliche Regeln

Die Schülerinnen und Schüler der Berliner Grundschule sind stolz auf ihre Schule. Haben sie doch etwas ganz besonderes: einen Hausgeist. Das ist ein Silberdrachen, der in der Phantasie der Schülerinnen und Schüler lebt. Er ist auch in der architektonischen Gestaltung der Schule sichtbar. Für das Lernen in Kleingruppen gibt es Orte wie Drachenhöhlen und Hochsitze.

Ein engagiertes Kollegium hat kreative Lernsituationen geschaffen und zur Verankerung im Kiez beigetragen. Die Schule ist umfassend sozial vernetzt. Kontakte zu Wohnungsbaugesellschaften, Deutschem Kinderschutzbund, Polizei, örtlichen Betrieben, Berliner Opernhäusern und Philharmonikern tragen dazu bei. Mit fünf Kindertagesstätten bestehen verbindliche Kooperationsvereinbarungen zum Übergang Kita-Grundschule.

Lesepatenschaften mit Kitakindern und Theaterprojekte fördern nicht nur die Sprachentwicklung, sondern auch die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler. Zugleich lernen diese, sich an Regeln zu halten, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und Gewalt zu vermeiden.

Bundeskanzlerin im naturwissenschaftlichen Labor

Ein buntes Programm erwartete Merkel. Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b stellten der Bundeskanzlerin ihr Projekt "Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ vor. Dabei erforscht die Klasse das Phänomen Luft und entwickelt Plakate zur Entstehung von Stürmen. Die Kanzlerin durfte sogar mitexperimentieren.

Außerdem konnte Merkel verfolgen, wie Kitakinder Zeichnungen zu Geschichten ihrer Lesepaten aus der dritten Klasse anfertigten. Kinder der Klasse eins bis drei zeigten im jahrgangsübergreifenden Unterricht ein Märchenprojekt für alle Sinne. Bei Rapunzel wurde gemalt, Essen zubereitet, Haare geflochten und gewerkelt.

Die Grundschule zeigt damit, dass Unterricht Spaß machen kann, wenn sowohl Sprache als auch Wissen spielerisch vermittelt wird.

Individuelle Förderung schafft Lernbegeisterung

Die Schülerinnen und Schüler gehen hier gern zur Schule, auch die Serbin Jana (12) und die Polin Evelina (11). Jana freut sich darüber, dass sie bei Lehrern und Erziehern immer ein offenes Ohr findet. 

Evelina ist vor drei Jahren ohne deutsche Sprachkenntnisse in die dritte Klasse der Erika-Mann-Grundschule gekommen. Heute spricht sie akzentfrei Deutsch und ist überzeugt, dass sie dies nur der intensiven Sprachförderung an "ihrer“ Schule zu verdanken hat. Jana und Evelina sind gute Schülerinnen und wollen nach Abschluss der sechsten Klasse im kommenden Jahr ein Gymnasium besuchen.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

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