100 Jahre Chemiestandort Leuna

Leuna ist "Taktgeber für die Zukunft"

Bundeskanzlerin Merkel hat den erfolgreichen Strukturwandel des Chemiestandorts Leuna gewürdigt. In Leuna spiegelten sich die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte wider, sagte sie beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen des größten Chemiestandort Deutschlands.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Rundgang mit Ministerpräsident Reiner Haseloff und Geschäftsführer Christof Günther.
Merkel vor Ort: Der Chemiestandort Leuna feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Foto: Bundesregierung/Güngör

"100 Jahre Chemiestandort Leuna stehen für Forscherdrang, Erfindergeist und für manches neue und erstaunliche Verfahren und Produkt." Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede beim Festakt in Leuna. "100 Jahre Chemiestandort Leuna erzählen von viel unternehmerischem Geschick und Erfolg, aber eben auch von Misswirtschaft und Umweltsünden sowie deren langjähriger Aufarbeitung."

Höhen und Tiefen deutscher Industriegeschichte

Karte Leuna Bild vergrößern Chemiedreieck Bitterfeld, Schkopau und Leuna Foto: Bundesregierung

In den 100 Jahren Chemiestandort Leuna spiegelten sich die Höhen und Tiefen der deutschen Industriegeschichte wider, so die Kanzlerin. Sie erinnerte an die Gründung des ersten Werks im Ersten Weltkrieg, als Sprengstoffe benötigt wurden. Auch die Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus dürften nicht vergessen werden. Die DDR sah in Leuna geradezu einen "Hort des Fortschritts". "Natürlich war es ein sehr fragwürdiges Verständnis von Fortschritt, wie sich nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung recht schnell herausstellte. Denn der Standort konnte aus dem Blickwinkel des Wettbewerbs, technologisch, aber vor allem auch ökologisch nicht mithalten."

Leuna habe so eine neue Chance gehabt - "nämlich zum Symbol für die riesigen Probleme, aber auch Lösungswege beim Aufbau Ost zu werden". Merkel erinnerte daran, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl sich für den Erhalt des Chemiestandortes eingesetzt hatte.

Heute sei der Chemiestandort Leuna mit 9.000 Mitarbeitern eine "Topadresse" und die chemische Industrie ein "Taktgeber für die Zukunft". Zudem sei die Region ein Beispiel internationaler Zusammenarbeit. Es sei "ein wunderschönes Zeichen europäischen Zusammenwachsens, dass hier nicht nur deutsche Inverstoren sind, sondern auch bei Investoren aus Frankreich, aus Belgien und aus anderen Ländern Interesse besteht."

Chemie-Branche ist Innovationstreiber

Die Kanzlerin unterstrich die Bedeutung der Chemie-Branche in Deutschland. Die Branche investiere mehr als zehn Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. "Sie ist damit Innovationstreiber nicht nur für die chemische Industrie, sondern für weitere Wirtschaftszweige", so Merkel. Zudem schaffe sie viele zukunftsfähige und gut bezahlte Arbeitsplätze. Mit 450.000 Arbeitsplätzen sei die Chemie-Branche einer der größten Arbeitgeber in Deutschland, sagte sie.

Damit die Branche zukunftsfähig bleibe, müsse darauf geachtet werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibe. Dabei seien Energiekosten wichtig. Energiewende und Zukunft der chemischen Industrie zusammenzubringen, sei keine "triviale Aufgabe". Auch die politischen Rahmenbedingungen und technischen Möglichkeiten müssten stimmen.

Der Chemiestandort Leuna feiert 2016 sein 100-jähriges Bestehen. Durch den Strukturwandel des früheren Leuna-Kombinates entstand der größte zusammenhängende integrierte Chemiestandort in Deutschland. Insgesamt wurden seit 1990 mehr als sechs Milliarden Euro investiert. Unternehmen aus zehn Nationen arbeiten hier eng zusammen. Der Jahresumsatz liegt bei rund zehn Milliarden Euro. Mit mehr als 9.000 Arbeitsplätzen verteilt auf 122 Firmen ist der Standort wichtig für die Stadt und ganz Sachsen-Anhalt.  

Donnerstag, 3. März 2016

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