Girls' Day bei der Kanzlerin

Mädchen Mut machen zu technischen Berufen

24 begeisterte Schülerinnen konnten sich als Game-Designerinnen probieren und eine intelligente Jacke testen. Beim 14. Girls' Day im Bundeskanzleramt lud die Bundeskanzlerin zum bundesweiten Mädchen-Zukunftstag am 28. April ein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Girls' Day im Kanzleramt.
24 Schülerinnen kommen zum Auftakt des bundesweiten Girls' Day mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Nutzt die Gelegenheit, die der Girls' Day bietet, um die ganze Bandbreite der Berufe kennenzulernen", begrüßte die Bundeskanzlerin die 24 Mädchen. Sie sollten das Herz in die Hand nehmen und sich auf unbekanntes Terrain vorwagen.

Sie wolle ihnen zeigen, wie viele gute Möglichkeiten Mädchen in technischen Berufen haben. "Morgen werden zahlreiche Unternehmen Forschungsinstitute, die Verwaltung, Verbände und andere Einrichtungen so wie wir heute ihre Türen für Schülerinnen öffnen", warb Merkel für den Girls' Day.

Im Bundeskanzleramt konnten die Schülerinnen aus den neunten Klassen spielerisch naturwissenschaftlich-technische Aufgaben lösen. Bei sieben Unternehmen und bei der Bundespolizei informierten sie sich über spannende Berufe und neue Technologien.

Am 28. April 2016 findet der bundesweite Girls' Day – Mädchen-Zukunftstag für Schülerinnen ab der fünften Klasse zum 16. Mal statt. Seit dem Start der Aktion im Jahr 2001 haben etwa 1,5 Millionen Mädchen teilgenommen.

Am Girls' Day im Kanzleramt nahmen Mädchen aus drei Berliner Schulen teil: aus der Clay-Schule (Integrierte Sekundarschule), der Georg-von-Gische-Schule (Integrierte Sekundarschule) und vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium.

Girls' Day nutzen: mehr Berufe kennenlernen

"Ich denke, das ist die beste Werbung für eure und Ihre Bewerbung, die Sie einmal abgeben. Denn Mädchen sind in vielen aussichtsreichen Ausbildungszweigen und Studiengängen leider immer noch weniger vertreten als Jungen", sagte Merkel.

Das gilt vor allem für die MINT-Fächer: Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik. Nur 22,4 Prozent der Studienanfänger in Informatik sind Frauen. Das sei schwer zu verstehen, so Merkel. Denn Talente von Mädchen und Jungen seien ähnlich verteilt.

Viele kennen nicht die ganze Bandbreite der Ausbildungsberufe: Drei Viertel aller Ausbildungsanfängerinnen entscheiden sich für nur 25 von 340 Ausbildungsberufen. Dabei suchen viele Betriebe in technischen und techniknahen Berufen qualifizierten Nachwuchs.

"Meine Empfehlung ist ganz dringend: Informieren Sie sich frühzeitig über die ganze Bandbreite der Berufe. Davon gibt es viel mehr, als man selber vielleicht aus dem, was man hört, kennt", so die Kanzlerin.

Der Girls' Day ist dafür eine riesige Möglichkeit: Über 100.000 Schülerinnen können an mehr als 9.000 Veranstaltungen teilnehmen.

Tinnitus-App, Games und Mikroship

Im Bundeskanzleramt konnten sich die Mädchen bei sieben Unternehmen und der Bundespolizei informieren. Sie konnten neue Technologien ausprobieren und zeigten dabei, was sie können.

Mit der Digitalisierung gebe es so viele Möglichkeiten, neue Dienstleistungen, neue Produkte anzubieten. "Das macht auch Spaß", so Merkel. Sie besuchte mit den Schülerinnen den Unternehmens-Parcours. Schülerinnen erklärten der Kanzlerin die verschiedenen Funktionen einer "intelligenten Jacke": Zum Beispiel blinkt es, wenn der Schlüssel aus der Tasche geklaut wird.

Gentina, Milena und Meret testeten mit ihr eine neue Tinnitus-App. Die App spielt die Lieblingsmusik und lässt die schädlichen Frequenzen aus. Das kann Tinnitus-Patienten helfen, ihren Hörstress zu überwinden. Beim Girls' Day kann man tolle Ideen aus der Praxis kennenlernen. Die drei Mädchen von der Georg-von-Gische-Schule und vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium wollen später in MINT-Berufe gehen. Vivien probierte sich als Spiele-Entwicklerin. Sie war beeindruckt, wieviel Arbeit dahinter steckt. Wenn es dann funktioniert, sei das ein großartiges Gefühl.

Die Schülerin Karolin Lohre vom Gymnasium Steinheim zeigte den Mädchen ihre eigene Entwicklung: den Mikrochip für den schlauen Schulranzen. Der Chip hilft beim Packen - er gleicht die Bücher in der Tasche mit dem Stundenplan ab. Karolin hatte in der achten Klasse beim Girls' Day ihre Leidenschaft für Technik entdeckt.

Für die Schülerinnen steht fest: der Girls' Day ist unbedingt zu empfehlen.

Girls' Day – Mädchenzukunftstag

Am Girls' Day öffnen jedes Jahr bundesweit Unternehmen, Betriebe und Hochschulen ihre Türen, um Mädchen für technische Berufe zu begeistern. Schülerinnen ab der fünften Klasse lernen dort Ausbildungsberufe und Studiengänge in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind.

97 Prozent der Mädchen sind äußerst zufrieden mit dem Aktionstag. Ein Drittel der Veranstalter hat Bewerbungen von Girls'-Day-Teilnehmerinnen erhalten, zwei Drittel haben die Bewerberinnen für einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz eingestellt. 2014 entschieden sich rund 6.200 Mädchen für eine Ausbildung zur Mechatronikerin und Automatisierungstechnikern. Fast 1.000 mehr als 2012.

Der Girls' Day wurde 2001 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zunächst nur für Unternehmen der IT-Branche gemeinsam mit der Initiative D21 initiiert. 2015 nahmen 103.000 Mädchen an über 9.450 Girls' Day- Angeboten teil.

Mittwoch, 27. April 2016

Weitere Informationen

Impressum

Datenschutzhinweis

© 2019 Presse- und Informationsamt der Bundesregierung