Videokonferenz der Bundeskanzlerin

Gesundheitsämter leisten Herausragendes in der Corona-Pandemie

Infektionsketten unterbrechen, Quarantäne anordnen und kontrollieren, Kontakte nachverfolgen: All diese Aufgaben haben die Gesundheitsämter seit Ausbruch der Corona-Pandemie zu bewältigen. Bundeskanzlerin Merkel hat mit Expertinnen und Experten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes gesprochen und weitere Unterstützung zugesagt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht während der Web-Kommunalkonferenz „Corona vor Ort – Herausforderungen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst bei der Bewältigung der Corona-Pandemie“.
Digitaler Austausch: Die Vertreter von Bund, Ländern und kommunalen Gesundheitsämtern sprachen per Video über die Herausforderungen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Foto: Bundesregierung/Denzel

Es sei ganz "ungewöhnlich", was die Beschäftigten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Corona-Pandemie leisteten, sagte Bundeskanzlerin Merkel am Dienstag im Kanzleramt. Tag für Tag seien sie für die Bürger da, seien Ansprechpartner für ihre Sorgen. Und dafür wolle Sie ganz herzlich danken. Der Öffentliche Gesundheitsdienst habe einen ganz wesentlichen Anteil daran, dass "wir das Infektionsgeschehen in Deutschland weitgehend unter Kontrolle halten konnten, können und das hoffentlich auch weiter uns so gelingt".

Die Kanzlerin diskutierte am Dienstag in einer großen digitalen Konferenz mit über 500 Praktikern der kommunalen Ebene über die aktuellen Herausforderungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Landrätinnen und Landräte, Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister sowie die Leitungen von Gesundheitsämtern aus ganz Deutschland waren zu einem Dialog zusammengeschaltet. Dieser sollte dazu dienen, mehr darüber zu erfahren, wie die Arbeit vor Ort konkret aussieht und wie die Politik helfen und unterstützen kann.

5000 neue Stellen und Investitionen in Digitalisierung

Merkel kündigte an, dass der Bund mit dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst ein großes Unterstützungspaket in Höhe von insgesamt vier Milliarden Euro schnüren wolle, um den Öffentlichen Gesundheitsdienst auch langfristig zu stärken. Der Bund stellt Mittel für Personal, Digitalisierung und moderne Strukturen zur Verfügung. Bis Ende kommenden Jahres sollen in den Ländern mindestens 1500 neue Stellen geschaffen und mit Ärztinnen und Ärzten sowie Fach- und Verwaltungspersonal besetzt werden. Bis Ende 2022 sollen mindestens weitere 3500 Vollzeitstellen geschaffen werden. Darüber hinaus soll in die Digitalisierung der Gesundheitsbehörden investiert werden.

Um den Gesundheitsämtern in dieser Ausnahmesituation schnell zu helfen, hatte die Bundesregierung zuvor schon zahlreiche Veränderungen beschlossen: So hat das Robert-Koch-Institut 500 "Containment Scouts" ausgebildet, damit sie den Gesundheitsämtern bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen können. Auch Medizinstudenten und Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unterstützen die Gesundheitsämter.

Unfassbarer Mehraufwand für Gesundheitsämter

Denn die Gesundheitsämter spielen in der Krisenbewältigung eine ganz zentrale Rolle, so die Kanzlerin. Die Meldung von Infektionsfällen, die Kontaktnachverfolgung und die Durchführung der Tests, all diese Aufgaben hätten einen unfassbaren Mehraufwand gegenüber der Zeit vor Corona mit sich gebracht. Deshalb stießen die Gesundheitsämter auch an die Grenzen dessen, was personell leistbar sei, sagte Merkel. Auch die technische Ausstattung und die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten ließen durchaus noch zu wünschen übrig. Viele Gesundheitsämter suchten nun nach neuen Wegen für strukturelle Verbesserungen.

Webkonferenz: Der Öffentliche Gesundheitsdienst in der Corona-Pandemie

Konferenz zum Öffentlichen Gesundheitsdienst in der Corona-Pandemie

(mp4, 148.9 MB)

Aufgabenteilung zwischen Bund, Land und Kommunen ist eine Stärke

Sie hoffe, dass diese Konferenz ein Anstoß dafür sei, die Gesundheitsämter weiter zu stärken und damit auch einen Beitrag zur kommunalen Selbstverwaltung zu leisten, so Merkel. "Dass wir so gut durch die Pandemie gekommen sind, hat vielleicht auch mit unserem Staatsaufbau zu tun, damit, dass der Bund auf der einen Seite versucht zu helfen, dass es die Länder gibt, aber dass eben auch vor Ort Entscheidungsmöglichkeiten bestehen. Das zeichnet unser Land aus, und so soll es auch weiterhin sein", betonte Merkel.

Während der Konferenz präsentierten fünf Gesundheitsämter - aus Gütersloh, Köln, Soest, Reutlingen und Frankfurt am Main - Konzepte, die sie entwickelt haben, um die Anforderungen der Pandemie und das Ausbruchsgeschehen zu bewältigen.

Dienstag, 8. September 2020

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