Mitschrift Pressekonferenz

Im Wortlaut

Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem Präsidenten von Argentinien, Alberto Fernández

in Berlin

(Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung)

BK’in Merkel: Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass Staatspräsident Alberto Fernández jetzt auf seiner ersten Europareise zu uns gekommen ist. Wir freuen uns auch, Herr Präsident, dass Sie so frühzeitig nach Europa gekommen sind. Natürlich ist der Papst für einen argentinischen Präsidenten, glaube ich, erst einmal der wichtigste Anlaufpunkt. Aber wir freuen uns natürlich auch, dass Sie uns hier in Berlin besuchen. Die Freude ist deshalb so klar, weil wir wirklich langjährige freundschaftliche enge Beziehungen hatten und wir diese Beziehungen jetzt auch bekräftigen und weiterentwickeln können.

Wir wissen, dass Argentinien sich in keiner einfachen wirtschaftlichen Lage befindet. Umso wichtiger ist es, dass wir heute Abend miteinander über unsere Wirtschaftsbeziehungen sprechen und auch überlegen können, wie wir von deutscher oder aber auch von europäischer Seite unterstützend hilfreich sein können. Wir begrüßen natürlich auch die Gespräche mit dem IWF. Wir werden auf diesen Punkt dann noch weiter eingehen.

Wir sind deshalb auch enge Partner, weil wir für eine multilaterale Weltordnung eintreten. Wir haben sehr gut in der Zeit der G20-Präsidentschaft zusammengearbeitet. Wir wollen auch diese multilaterale Ordnung weiter stärken.

Wir werden sicherlich über einzelne, vielleicht auch mögliche Investitionsprojekte deutscher Unternehmen in Argentinien sprechen. Ich habe mich noch einmal erkundigt. Das Interesse an Investitionen ist groß. Man muss sie dann auch umsetzen.

Wir haben natürlich auch ein Gesprächsthema im Blick auf das MERCOSUR-Abkommen. Der Präsident, wenn ich das sagen darf, hat gerade daran erinnert, dass wir uns schon das erste Mal im Jahr 2005 begegnet sind. Da ging es auch um MERCOSUR. Das Thema beschäftigt uns immer noch.

Es ist des Weiteren sicherlich auch interessant, über die Lage in der Region insgesamt zu sprechen. Denn Lateinamerika kennt auch einige schwierige politische Situationen.

Mir ist es also eine Freude und Ehre, Sie heute Abend hier zu begrüßen. Herzlich willkommen!

P Fernández: Vielen Dank, Frau Bundeskanzlerin! Es ist mir eine Freude, in Deutschland zu sein. Dass wir hier sind, ist sehr wichtig für uns. Deutschland ist ein Modell, das wir aus der Nähe anschauen. Wir wissen, dass Sie ein Einheitsmotor in der EU sind. Wir haben sehr enge Beziehungen zwischen Argentinien und Europa. Ich sage oft, dass wir Argentinier von den Schiffen gekommen sind. Wir haben eine Gesellschaft, die mit deutscher Einwanderung gebaut worden ist, auch mit Italienern, Spaniern und Franzosen. Nach Europa zu kommen und mit Ihnen allen zu sprechen, ist sehr wichtig. Das hat mit unseren Wurzeln und mit unserem gemeinsamen Schicksal zu tun. Das werden wir alles besprechen.

Ich erwähnte soeben, dass wir uns 2005 kennengelernt haben, als wir uns zum ersten Mal in Wien getroffen haben, um die Einigung zwischen der EU und MERCOSUR besprechen. Wir müssen weiter auf diesem Weg bleiben und die Bindungen verstärken.

Wir haben heute Morgen sehr gute Gespräche mit den Vertretern der deutschen Wirtschaft geführt. Ich war wirklich sehr froh. Ich glaube, wir haben viele Gemeinsamkeiten gefunden. Wir teilen mit der Bundeskanzlerin die Sorge um alles, was mit den multilateralen Finanzinstituten und mit den internationalen Organisationen zu tun hat. Wir sind für Multilateralismus, und wir verfolgen aufmerksam die ganze Politik in die Richtung. Ich bin sehr froh, in Deutschland zu sein und auch darüber, eine Europareise zu machen. Wir waren vor einigen Tagen schon zu Besuch bei Papst Franziskus. Er hat eine große Zuneigung der Bundeskanzlerin gegenüber. Morgen geht es weiter nach Spanien und dann weiter nach Frankreich.

Vielen Dank für Ihre Zeit. Vielen Dank für diesen Empfang in dieser wunderschönen Stadt in Deutschland. An die Arbeit!

Montag, 3. Februar 2020

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