Merkel im Sat.1-Sommerinterview

Sicherheit der Bevölkerung ist gewährleistet

Bundeskanzlerin Merkel hat im Sat.1-Sommerinterview über die gefühlte und die tatsächliche Sicherheitslage in Deutschland gesprochen. "Das Bedürfnis nach Sicherheit wird uns immer begleiten." Auf den Brexit angesprochen sagte Merkel, das sei ein Einschnitt in der Geschichte der EU. Zugleich seien die 27 Staaten auch weiter stark.

Merkel im Gespräch mit zwei Journalisten
Nach Brexit: EU sei auch mit 27 Staaten stark, zeigte sich Merkel im Interview überzeugt. Foto: Bundesregierung/Steins

Es sei verständlich, dass die Bevölkerung sich über Terror Gedanken mache, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Sommerinterview mit Sat.1. "Das Bedürfnis nach Sicherheit wird uns immer begleiten." Es gebe eine Vielzahl terroristischer Ereignisse auf der Welt - auch in der unmittelbaren Nachbarschaft, wie in Belgien, in der Türkei oder in Frankreich. "Wann haben die Menschen wieder den Eindruck, dass nicht nur bei uns ein hohes Maß an Sicherheit herrscht", stellte die Kanzlerin zur Frage. Sie betonte, dass die Sicherheitsbehörden alles täten, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

"Ein ganz außergewöhnliches Jahr"

Das vergangene Jahr sei ein ganz außergewöhnliches Jahr gewesen. Deutschland habe viele Menschen aufgenommen - mit verschiedenen Ergebnissen. "Es gab Angriffe auf Flüchtlingsheime, es gab aber auch Gewalt in der Silvesternacht, die von Asylbewerbern und von Flüchtlingen auch zum Teil ausgegangen ist", sagte Merkel. Angesichts der damit verbundenen Herausforderungen betonte die Kanzlerin, dass Integration "bei uns 'fordern und fördern' bedeute. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gebe es nun ein Integrationsgesetz.

Die eigentliche Aufgabe aber sei, zu lernen, die Außengrenzen zu schützen. Und auch "Fluchtursachen zu bekämpfen und Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, möglichst nahe bei ihrer Heimat Aufenthalt zu finden". Es gelte, Schlepper zu bekämpfen, die für Tausende von Menschenleben geradestehen müssten.

Merkel sei dankbar, was an Hilfe geleistet wurde im vergangenen Jahr. "Das ist wirklich jede Würdigung wert."

Trotz Brexit - EU auch mit 27 Staaten stark

Das EU-Referendum sei ein Einschnitt in der Geschichte der Europäischen Union. "Bis jetzt sind Länder dazugekommen, jetzt möchte ein Land austreten." Die Kanzlerin zeigte sich überzeugt, dass die 27 Mitgliedsstaaten auch weiter stark seien. Das werde man in den Verhandlungen mit Großbritannien auch zum Ausdruck bringen.

Deren neue Regierung müsse sich klar werden, welches Verhältnis sie zur Europäischen Union haben möchten. "Je nachdem, wie die britische Regierung sich entscheidet, werden dann auch die Austrittsverhandlungen laufen."

Keinen Extremismus dulden

Deutschland sei ein Rechtsstaat. "Die Menschen wollen, dass alle Menschen sich an die Gesetze halten." Das Gewaltmonopol liege beim Staat. Es sei deshalb nicht akzeptabel, wenn Polizisten verletzt würden.

Gleichzeitig könne kein Land heute mehr alleine seine Probleme lösen, sagte Merkel. Die Länder seien auf die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden angewiesen. Dabei sei die Europäische Union sozusagen die zweite Seite der Medaille. "Das ist das, was die Mehrzahl der Menschen in Deutschland auch akzeptiert."

"Traurig, als wir ausscheiden mussten"

Als Deutschland in der Fußball-EM im Halbfinale ausscheiden musste, sei die Kanzlerin wie viele Millionen andere auch traurig gewesen.

Vereinzelte Stimmen kritisierten die Mannschaft - auch für ihre Zusammensetzung. Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Bevölkerung fände die Mannschaft toll, erwiderte die Kanzlerin. Die Stärke des Teams käme auch daher, dass sie unterschiedlich sei und jeder Spieler gleichermaßen zu dieser Mannschaft gehöre, so Merkel.

Mittwoch, 13. Juli 2016

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