Merkel bei Leibniz-Jahrestagung

Verlässliche Partner – Wissenschaft und Politik

Auf der 22. Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft hat Kanzlerin Merkel die Bedeutung der wissenschaftlichen Einrichtungen hervorgehoben. Dabei betonte sie, wie wichtig die Expertise der Wissenschaft für die Politik sei – und umgekehrt. Dies trage zur Attraktivität Deutschlands als Wissenschaftsstandort bei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht beim Festakt der 22. Leibniz-Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft.
Die Wissenschaft öffne uns die Augen für neue Möglichkeiten, um Fortschritt und Wohlstand zu sichern, so Merkel. Foto: Bundesregierung/Bergmann

Die Leibniz-Gemeinschaft feiert den 370. Geburtstag und gedenkt dem 300. Todestag ihres Namensgebers – dem Universal-Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz. Angesichts von Klimawandel, Globalisierung, Digitalisierung, weltweitem Bevölkerungswachstum und demografischem Wandel habe die Forderung Leibniz nach vernunftgeleitetem Handeln nicht an Aktualität eingebüßt, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Die Vernunft gebietet, solche Veränderungen nicht einfach hinzunehmen, sondern sie zu gestalten", betonte sie.

Gegenseitiges Vertrauen

Die Expertise der Wissenschaft sei wichtig für die Politik. In diesem Zusammenhang bezeichnete Merkel die Leibniz-Gemeinschaft als verlässliche Quelle der Information und des Wissens.

Im Gegenzug stellte sie aber auch die Bundesregierung als verlässlichen Partner der Wissenschaft dar: Mit dem Haushaltsentwurf für 2017 setze diese ein klares Signal für Bildung und Forschung. In den vergangenen zehn Jahren seien die Mittel für das Bundesministerium für Bildung und Forschung deutlich mehr als verdoppelt worden. Für 2017 sieht der Haushalt eine Steigerung um sieben Prozent auf jetzt insgesamt 17,6 Milliarden Euro vor.

Auch beim Pakt für Forschung und Innovation hält die Bundesregierung ihre Zusage ein, die Förderung der Wissenschafts- und Forschungsorganisationen um jährlich drei Prozent zu steigern. "Wir wissen", sagte die Kanzlerin, "wie wichtig Planungssicherheit für die Forschung ist, und weil das so ist, trägt der Bund den Aufwuchs der finanziellen Mittel allein, um die Länder zu entlasten."

Digitalisierung nutzen

Merkel ging schließlich auf die Bedeutung der Digitalisierung für alle Lebensbereiche ein. Hier müsse Deutschland als eines der leistungsstärksten und innovativsten Länder der Welt weiter mit dem Fortschritt Schritt halten. Dazu gelte es, unser Bildungssystem für die digitale Welt zu gestalten.

Mit verschiedenen Maßnahmen in der Bildung müsse erreicht werden, dass alle Menschen souverän und selbstbestimmt mit digitalen Medien und neuen Technologien umgehen können. Dies sei heute eine Basiskompetenz wie Lesen, Rechnen oder Schreiben. "Sie wird darüber entscheiden, ob berufliche und gesellschaftliche Teilhabe in Zukunft möglich sein werden", so die Kanzlerin. Schulen und Bildungseinrichtungen müssten sich darauf einstellen. Auch die Wissenschaft muss hier ihren Beitrag leisten.

"Vom Forscherdrang lebt die Wissenschaft. Sie hilft uns, uns in einer komplexen Welt zu orientieren. Sie öffnet uns die Augen für neue Möglichkeiten, um Fortschritt und Wohlstand zu sichern", sagte Merkel abschließend.

Die Leibniz-Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss deutscher Forschungsinstitute unterschiedlicher Fachrichtungen. Zu ihr gehören 89 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie haben einen Gesamtetat von 1,73 Milliarden Euro (2015).

Donnerstag, 24. November 2016

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